Kennt Ihr das WeltGenussErbe?

Boah, wir waren erst auf einer tollen Veranstaltung am Tegernsee eingeladen. Dort wurden die Produkte vom → WeltGenussErbe vorgestellt. Keine Ahnung was das ist? Wir schon :) – denn Ihr wisst ja, heimische Produkte, die noch dazu gut schmecken, sind für uns eine Herzensangelegenheit. Unter dem Motto „Weil`s echt am besten schmeckt“ haben sich 2010 verschiedene bayerische Schutzverbände zum WeltGenussErbe Bayern zusammengeschlossen. Diese Kampagne soll veranschaulichen, wofür Herkunftszeichen stehen und warum sie dem Verbraucher von Nutzen sind.

Wer ist dabei? Regionale Spezialitäten, ihre Geschichten und Gesichter

Na klar, bayerisches Bier darf selbstverständlich nicht fehlen. Dazu passen dann natürlich bayerisches Rindfleisch und Nürnberger Rostbratwürste. Besonders köstlich sind auch der Schrobenhausener und der Abensberger Spargel und da Käse ja bekanntlich den Magen schließt, gehören definitiv der Allgäuer Emmentaler und der Allgäuer Bergkäse dazu. Diese Produkte dürfen nur so bezeichnet werden, wenn sie aus den genannten Regionen kommen. Auf der Veranstaltung waren Genussbotschafter der Produkte anwesend, denen es hervorragend gelang, ihre Produkte für uns noch schmackhafter zu machen.

Los ging es mit dem Schrobenhausener Spargel und Peter und Beate Strobl verstanden es bestens, über diese schlanken Stangen zu informieren. Natürlich hatten sie knackigen Spargel mitgebracht und Beate zeigte auch gleich, wie man weißen Spargel richtig schält, nämlich immer von der Spitze nach unten. Bei grünem Spargel sollte man übrigens auch die Enden etwas schälen. Aber wie unterscheidet sich dieser Spargel von dem aus anderen Gebieten? Also – Spargel gehört eh nur auf den Tisch, wenn er auch in Bayern wächst. Beim Schrobenhausener Spargel bringt der besondere Boden mit seinem idealen Gemisch aus Sand, Lehm und Ton ein besonders kräftiges und leicht nussiges Aroma hervor, wobei der Spargel aber zart im Biss ist. Wusstet Ihr übrigens, dass in Bayern 90 % weißer Spargel und 10 % grüner Spargel angebaut wird? Am 24.06. ist übrigen Schluss mit dem Spargel und für alle, die sich das Datum nicht so merken können, gibt es einen guten Spruch: Kirsch rot, Spargel tot.

Als nächstes kamen die Nürnberger Rostbratwürstel dran. Melanie Straub, Genussbotschafterin und Florian Hoeneß (ja, Ihr lest richtig, der Sohn vom Uli ;) gaben gleich mal eine Runde frisch gebratener Würstel aus. Die waren so was von gut!!! Übrigens werden diese mit Meerrettich und Senf gegessen. Ja, wir haben einiges an diesem Tag dazugelernt. Auch, dass in die Nürnberger Würstel kein Wasser zur Wurstmasse kommt. Sie bestehen nur aus Schweinefleisch, sind gerade mal 7 bis 9 cm lang und, ganz wichtig, das Gewürz der Majoran ist.

Geschützte, bayerische Spezialitäten mit Herkunftszeichen

Mit dem Allgäuer Käse ging es weiter. Käsemeister Rudi Seipelt verstand es hervorragend, bei der Genussschulung die beiden Käsesorten zu präsentieren und anschaulich darüber zu informieren. Beide Käse sind aus Rohmilch, Emmentaler reift mindestens 3 Monate, Bergkäse mindestens 4 Monate lang. Das auffälligste Merkmal beim Emmentaler sind die kirschgroßen Löcher, im Bergkäse, auch kleiner Bruder des Emmentalers genannt, finden sich wenige erbsengroße Löcher. „Welcher Käse zu welchem Gericht?“ lautete die Frage einer Teilnehmerin. Rudi Seipelt wusste natürlich auch dazu sofort eine Antwort: „Eigentlich passen sie fast überall perfekt dazu. Aber bei Kässpatzen darf der Emmentaler natürlich gar nicht fehlen, während der Bergkäse bestens zu Fleischgerichten harmoniert. Auch bei Käseplatten sind die beiden nicht wegzudenken.

 

Was kam dann? Ihr könnt es euch vielleicht denken :) Na klar, wir hatten inzwischen ja auch Durst bekommen und Bier gehört schließlich zu Bayern wie der Topf zum Deckel. Da waren wir bei Biersommelier Markus Raupach und Dr. Lothar Ebbertz vom Bayerischen Brauereibund genau richtig. Seit über 500 Jahren sorgt das Reinheitsgebot für beste Bierqualität. Mehr als 620 Brauereien sorgen dafür, dass der beliebte Hopfensaft nie ausgeht.
Bayerische Biere dürfen nur aus Wasser, Hopfen, Malz und Hefe gebraut werden. Für den wahren Bierkenner schmeckt Bier nicht nur einfach gut, sondern es duftet dezent malzblumig oder ausgeprägt hefeblumig, fruchtig, rauchig. Und was wäre ein rescher Schweinebraten ohne Biersoße. Nun – Bier ist in Bayern einfach Lebensqualität :)

Während über das Bier gesprochen und es natürlich auch verkostet wurde, zog schon ständig ein feiner Duft von frisch gegrillten Steaks herein. Zum Ende des Vormittags ging es um bayerisches Rindfleisch. Klasse Rassen, viel Zeit und Kontrollen machen den feinen Unterschied. Hier hat der Verbraucher eine 100 %ige Sicherheit, denn nur wo das BY-Zeichen darauf steht ist auch Rindfleisch aus Bayern drin. Lässt man es dann noch gut reifen, erhält der Verbraucher bestes Fleisch. Übrigens – die wichtigste Rasse ist das Fleckvieh, die weiß-hellbraun gescheckten Rinder. Aber auch das Allgäuer Braunvieh sollte den meisten bekannt sein. Wisst Ihr, was auch das Ideale an den bayerischen Rinderrassen ist? Sie sind Zweinutzungs-Rassen, d. h. sie sind sowohl für die Milch- als auch für die Fleischproduktion geeignet. Diese Steaks waren ein Traum, da das Fleisch die ideale Reifezeit hatte und sie wunderbar gewürzt und fachlich super gegrillt waren. Einfach das Fleisch direkt auf den heißen Rost legen und 2 bis 3 Minuten auf jeder Seite grillen. Danach muss das Fleisch ruhen. In Alufolie verpackt im Backofen bei 100 °C 10 Min. ziehen lassen.

Wir hoffen, Ihr habt Lust auf bayerische Produkte bekommen. Aber beim nächsten Blogeintrag geht es erst richtig los. Denn anschließend gab es ein 5-Gänge Menü aus den genannten Produkten, das der bekannte 3 Sterne Koch Christian Jürgens vom Restaurant Überfahrt extra für uns kreiert hatte und da verraten wir dann auch seine Rezepte. Also bleibt uns treu :)