Die Karwoche beginnt

Der Palmsonntag, der sechste Sonntag der Fastenzeit, leitet die österliche Karwoche ein. Christen gedenken an diesem Tag des Einzugs Jesus nach Jerusalem, dem die Menschen mit Palmen- oder Olivenzweigen in den Händen zujubelten.

In Erinnerung daran werden in der Woche vor dem Palmsonntag in vielen Orten die Palmbuschen gebunden, die dann auch am Palmsonntag beim Gottesdienst geweiht werden.
Und weil‘s bei uns in Bayern ziemlich schwierig ist, an grüne Palmen- oder Ölbaumzweige zu kommen, verwendet man immergrüne Zweige vom Buchsbaum, Wacholder, Stechpalme und vor allem auch Weidenzweige, die bereits Palmkätzla tragen, also schon erblüht sind. Diese werden dann zu kleinen Sträußen (den Buschen) gebunden, die oftmals – je nach Region –noch mit bunten Bändern oder Eiern geschmückt werden.

Am Palmsonntag steht die ganze Familie früh auf und wer als Letzter aus den Federn kommt, wird zum Palmesel gekürt. Für die Kinder, meistens die Buben, ist dieser Sonntag auch ein besonderer Tag, denn sie dürfen die Palmbuschen zur feierlichen Weihe in die Kirche tragen. Je nach Gegend werden die Buschen einfach in ein Körbchen gelegt oder auf meterhohe Stangen gesteckt. Möglichst viele Buschen auf einer Stange in die Kirche zu tragen ist gar nicht so einfach und dementsprechend stolz sind die Kinder, wenn in der Kirche ihre Palmstangen feierlich geweiht werden.
Nach der Messe werden die Buschen zu Verwandten und Bekannten getragen und die Kinder bekommen Geld oder Süßigkeiten dafür. Die gesegneten Palmbuschen selbst steckt man vielerorts hinters Kreuz im Herrgottswinkel. Dort sollen sie Haus, Wohnung und Stall gegen alles Böse schützen.
Übrigens, die geweihten Palmbüschel vom Vorjahr werden nicht einfach weggeworfen, sondern man verbrennt sie und streut die Asche z. B. in den Garten.

Am Gründonnerstag wird dann in traditionsbewussten Familien die „grüne Kräutelsuppe" gegessen. Wildkräuter wie zum Beispiel Sauerampfer, Schafgarbe, Brunnenkresse, Giersch und Brennnesseln aber auch Petersilie kommen dazu in den Kochtopf und werden mit Frühlingszwiebeln, Brühe und Gewürzen zu einer schmackhaften Suppe gekocht.

Wildkräuter-Frühlingssuppe

2 Handvoll gemischte Wildkräuter (Bärlauch, Brennnessel, Löwenzahn, Sauerampfer, Taubnessel, Wiesenklee)
1 Zwiebel, 2 EL Rapsöl, 1 EL Mehl, 900 ml Gemüsebrühe, 100 ml Weißwein
100 g Sahne
Salz, Pfeffer, geriebene Muskatnuss, 2 EL Bärlauchpesto
Wildblüten

Die Wildkräuter waschen, putzen, gut abtropfen lassen und grob zerkleinern. Die Zwiebel schälen und würfeln.
Wildkräuter und Zwiebel im heißen Öl andünsten. Mit Mehl bestäuben, kurz anschwitzen und mit Brühe und Wein aufgießen. Die Suppe etwa 15 Min. leicht köcheln lassen.
Die Sahne halbsteif schlagen und 2 Löffel davon für die Garnitur beiseitenehmen.
Die Suppe mit einem Stabmixer pürieren, die restliche Sahne unterrühren und mit Gewürzen und Pesto herzhaft abschmecken.
Mit der Sahne und ein paar Wildblüten anrichten.

Wildkräuterfladen

Hefeteig: 1 Handvoll Wildkräuter (Bärlauch, Giersch)
500 g Mehl, 2 TL Salz, 50 g geriebener Bergkäse, ½ Würfel Hefe
Zum Bestreichen: 4 EL Olivenöl
Zum Bestreuen: 50 g geriebener Bergkäse

Die Wildkräuter waschen, putzen, gut abtropfen lassen und fein hacken. Mit Mehl, Salz, Käse und der zerbröckelten Hefe mischen. Ca. 300 ml lauwarmes Wasser mit den Knethaken des Handrührgerätes unterkneten. Den Teig zugedeckt an einem warmen Ort etwa 1 Std. gehen lassen.
Den Teig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech stürzen und etwas flach drücken. Mit der Hälfte des Öls bestreichen und ca. 30 Min. bei 180 °C (160 °C) backen.
Nach der Hälfte der Backzeit den Fladen mit dem restlichen Öl bestreichen und fertig backen.
Das heiße Brot mit dem Käse bestreuen und lauwarm servieren.

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